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Psychoedukation - Wissen ist Macht


Psychoedukation

Psychoedukation ist ein wichtiges, aber leider noch immer zu seltenes Angebot für Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen bzw. deren Angehörige. Zu diesen Erkrankungen gehören u.a. Depression, Angst, Persönlichkeitsstörungen, Zwang, Alkohol.

Unter Psychoedukation wird eine strukturierte und zielorientierte Informationsvermittlung durch Klinische PsychologInnen oder PsychotherapeutInnen verstanden.

Das Wort Psychoedukation setzt sich aus zwei Teilen zusammen: "Psycho" wird greifbarer mit den Worten "Seele oder Befinden", "edukation" steht für "Bildung, Erziehung" im Sinne von "Information und Wissen".

Inhalte von Psychoedukation

Zur umfassenden Aufklärung über die Erkrankung gehören folgende wichtige Themen:
  • Symptome
  • Merkmale der Erkrankung, Abgrenzung zwischen gesund und krank
  • mögliche Ursachen
  • welche Faktoren spielen bei der Entstehung der Erkrankung eine Rolle
  • Verlauf und Rückfall
  • Dauer der Erkrankung, Einflussfaktoren auf den Verlauf, Rückfallzeichen
  • Behandlung
  • medikamentöse und nicht-medikamentöse Behandlungen
  • Bewältigung
  • Hilfen für den Umgang mit der Erkrankung, Erkennen von Frühwarnzeichen

Ziele von Psychoedukation

Wer z.B. ein Fernsehgerät anschaffen möchte, wird sich informieren (Größe, Preis, Marke, Zusatzfunktionen, etc.) damit eine richtige Entscheidung getroffen werden kann. Umgelegt auf Erkrankungen scheint es auch sinnvoll sich zu informieren. Menschen mit psychischen Erkrankungen fühlen sich der Krankheit oft ausgeliefert. Das muss nicht sein.

"Wissen ist Macht". Je größer das Wissen um eine Sache ist, desto besser ist sie auch durchschaubar und beherrschbar. Wissen um die Erkrankung senkt das Rückfallrisiko, steigert die Selbstverantwortung und hilft Entscheidungen zu treffen. Ängste und Hilflosigkeit werden reduziert. Durch das Verständnis für die Erkrankung werden Veränderungen möglich, der Umgang mit sich selbst und die Lebensqualität deutlich verbessert.

Formen von Psychoedukation

Da auch der Austausch untereinander ein wichtiges Element ist, wird Psychoedukation meist in Kleingruppen angeboten. Zum Schutz der TeilnehmerInnen wird Verschwiegenheit vereinbart. Die TeilnehmerInnen erzählen nur das, was sie selbst möchten.

Psychoedukation für Angehörige

Auch Angehörige leiden unter Informationsmangel. Trotz großer Unterstützung für die betroffene Person wird die Erkrankung oft nicht besser oder kommt wieder. Auch Schuldgefühle können eine Rolle spielen. Durch die Informationsaufnahme und Verbesserung des Wissens kommt es zu einer emotionalen Entlastung, besseren Abgrenzung und einem hilfreichen Umgang mit den Betroffenen. Die eigene Lebensqualität wird erhöht.